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Global Change

 
Der Globale Wandel ist eine der großen Herausforderungen unsere Zeit und umfasst als ein vom Menschen in Gang gesetztes Prozessgefüge sowohl gesellschaftliche als auch ökologische Aspekte. Aus systematischen Gründen wird er oft in Teilbereiche wie Bevölkerungsentwicklung, Biodiversität, Urbanisierung, Klimawandel, Landschaftsdegradation etc. untergliedert, der neben den ökologischen Prozessgefügen v.a. von Machtausübung, der Verfügbarkeit von Kapital, Ressourcenkonflikten und kritischen Mensch-Umwelt Verhältnissen geprägt ist.
 
Der Globale Wandel wird am Standort Freiburg als übergreifende, integratives „Schnittmengenthema“ zwischen Physischer Geographie und Humangeographie verstanden. In der konkreten Umsetzung wird er dabei aus verschiedenen Perspektiven behandelt und interpretiert.

Schwerpunkte sind der Klimawandel und seine gesellschaftliche Kontextualisierung über Klimavulnerabilität und Klimaanpassung auf der Grundlage eines umfassenden Prozessverständnisses, die Skalen bezogene transdisziplinäre Mensch-Umwelt Forschung und „Regional Studies“, worunter die zeitgemäße integrative Analyse von regionalen Schwerpunkten, etwa Nordamerika, verstanden wird. Die gesellschaftlichen Dimensionen und politischen Aushandlungsprozesse bezüglich des Globalen Wandels werden auch im Zusammenhang mit anderen globalen Trends, wie Urbanisierung, demographischem Wandel, sozialer Ungleichheit sowie ökonomischen und geopolitischen Transformationen untersucht.

 

Projekte mit Bezug zu Global Change


  • Clim`Ability Care – Transformation von Gewerbegebieten und Industrieclustern angesichts des Klimawandels: Für eine neue transnationale Unternehmenskultur am Oberrhein
    Projektleitung
    Glaser R
    Laufzeit
    01.05.2023 bis 30.04.2026
    Beschreibung
    Die Oberrheinregion ist besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Hitze- und Dürrewellen, Schwüle, Tropennächte, aber auch Überschwemmungen und Stürme sowie schlechte Luftqualität wirken sich auf Mensch und Umwelt und insbesondere auch auf kleine und mittlere Unternehmen sowie die eingebundenen Akteure im Arbeitsalltag aus. In dem transnationalen Forschungsvorhaben Clim’Ability Care arbeiten mehrere Forschungseinrichtungen daran, wie mit den Herausforderungen des Klimawandels umgegangen werden kann. Dabei kann auf die Erkenntnisse der Vorgängerprojekte Clim'Ability und Clim'Ability Design aufgebaut werden. In der neuen Projektphase Clim’Ability Care liegt der Fokus auf der Förderung und Ableitung einer neuen klimaresilienten Unternehmenskultur. Die zentrale Frage dabei ist, wie die Dimensionen Warnung, Abschwächung, Anpassung und Versorgung eingebunden werden können. Die konkreten Ziele sind: (1) Auswahl von Standorten, die aufgrund ihrer klimatischen und sozioökonomischen Ausstattung eine besondere Sensibilität gegenüber Klimaänderungen aufweisen (2) Aktualisierung und Erweiterung der Toolbox "Clim'Ability", in der die klimatischen Stressoren und die daraus resultierende Betroffenheit, aber auch Anpassungsstrategien online verfügbar sind (3) Förderung einer oberrheinweiten neuen Unternehmenskultur durch „Lernsituationen“ (4) Institutionalisierung durch die Schaffung einer neuen grenzüberschreitenden Unternehmens- und Risikokultur (5) Kommunikation, Verbreitung und Sichtbarkeit des Projekts Die Zusammenarbeit zwischen regionalen Hochschulen, öffentlichen Einrichtungen und KMUs fördert Synergien zwischen verschiedenen lokalen, disziplinären und wirtschaftlichen Kulturen. Parallel werden im Projekt die institutionellen und wirtschaftlichen Modelle und Konzepte im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der territorialen Klimadienstleistungen im südlichen Oberrhein untersucht.
    Ansprechpartner
    Gruner S
    Finanzierung
    EU-INTERREG VI
  • Entschlüsselung des fluvio-sozialen Metabolismus am Oberrhein - Faktoren und Akteure bei der Transformation zu einer fluvialen Anthroposphäre vor der Industrialisierung
    Projektleitung
    Blöthe J, Glaser R, Preusser F, Schenk G
    Laufzeit
    01.04.2023 bis 31.03.2026
    Beschreibung
    Längst verändert der menschliche Einfluss die natürliche Entwicklung von Auen. Während die Auswirkungen der Entwaldung auf Sedimenttransport und Auendynamik in vielen Studien adressiert wurden, sind die sozio-ökologischen Prozesse und Rückkopplungsmechanismen, die bestimmen, wie sich fluviale Systeme entlang von Trajektorien und Pfadabhängigkeiten entwickeln, erst seit kurzem Gegenstand der wissenschaftlichen Debatte. Hier verwenden wir das Konzept des fluvio-sozialen Metabolismus, um diese komplexen Wechselwirkungen zwischen anthropogenen und natürlichen Prozessen zu veranschaulichen, die den Übergang natürlicher Flusssysteme in eine fluviale Anthroposphäre bestimmen. Ziel des Projekts ist es, den fluvio-sozialen Metabolismus entlang von Pfadabhängigkeiten und Trajektorien zu entschlüsseln und die Systemdynamik der fluvialen Anthroposphäre im Oberrheingebiet zu verstehen. Wir konzentrieren uns auf drei spezifische Aspekte und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten: sozio-politische Systeme, Klimadynamik und anthropogen konditionierte Sedimente. Hierfür integrieren wir Sozial- und Umweltarchive sowie Labor- und geostatistische Analysen. Durch die Kombination quantitativer, semi-quantitativer und qualitativer Methoden verbinden wir sozial- und naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Wir versuchen, integrierende Indikatoren für den Übergang von natürlichen Flussauen zu einer fluvialen Anthroposphäre auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Skalen zu identifizieren. Unsere Forschung analysiert den Zeitraum vom Mittelalter bis zum Beginn der industriellen Revolution in der Region um 1850 mit Schwerpunkt auf vermuteten Übergangszeiten. Wir verfolgen die Hypothese, dass in diesem fluvio-sozialen System spezifische sozio-natürliche und politische Konstellationen, einschließlich territorialer Verschiebungen, wirtschaftlicher Ausbeutung, Institutionen, Konflikten, klimatischer Variabilität und Extremereignissen sowie Hochwasserereignissen, Pfadabhängigkeiten und Trajektorien der fluvialen Landschaftsentwicklung bestimmten, die ihren Ausdruck in den Flussauen als anthropogene Sedimente finden. Wir verfolgen einen multidisziplinären Ansatz, der verschiedene Disziplinen integriert und historische, klimatische und geomorphologische Ergebnisse kombiniert. In drei miteinander verknüpften Arbeitspaketen untersuchen wir, wie 1) Akteure, sozio-politische Konstellationen und Institutionen die Auenentwicklung beeinflussten, 2) regionale Klimavariabilität und Extremereignisse sozio-ökologische Prozesse bestimmten und 3) natürliche und gesellschaftliche Dynamiken ihren Ausdruck in den Sedimenten der Flussauen fanden. Durch die Synthese dieser sozialen, klimatologischen und geomorphologischen Ergebnisse zielen wir darauf ab, den fluvio-sozialen Metabolismus zu entschlüsseln. Schließlich bewerten wir, inwieweit unsere Ergebnisse dazu beitragen können, diesen dynamischen fluvio-sozialen Metabolismus empirisch, numerisch und multivariat-statistisch zu modellieren.
    Ansprechpartner
    Blöthe J
    Tel.: 203-9224
    Email: jan.bloethe@geographie.uni-freiburg.de
    Finanzierung
    DFG
  • Tracing Knowledge Politics of Natural Hazard Risk Management at a Local Level - A Case Study in the Entlebuch Region (Switzerland)
    Projektleitung
    Rudloff A, Fünfgeld H
    Laufzeit
    01.10.2022 bis 31.03.2026
    Beschreibung
    Unter dem Druck globaler gesellschaftlicher Herausforderungen, stellen zunehmende und sich intensivierende Risiken im Kontext von Naturgefahren eine erhebliche Herausforderung für viele Regionen in der Schweiz, darunter viele kleinere Berggemeinden, dar. In diesem Zusammenhang werden seit vielen Jahren u.a. Fortschritte in der Wissensproduktion und Risikokommunikation, um eine Akzeptanz von Maßnahmen des Risikomanagements zu erreichen angestrebt. Das zentrale Ziel dieses Projekt ist es, das Verständnis politischer Dimensionen von Wissensdynamiken im Naturgefahrenrisikomanagement zu erweitern und einen analytischen Rahmen für Untersuchungen von Gerechtigkeitsimplikationen zu entwickeln. Der empirische Fokus liegt dabei auf einer ländlichen Gemeinde in der Region Entlebuch (Kanton Luzern), dessen Entwicklung seit langem mit gesellschaftlichen Aushandlungen des Umgangs mit Naturgefahrepn verknüpft ist (z.B. Errichtung von Schutzbauten vor Murgängen, Einrichtung eines kommunalen Lawinendiensts). Anhand einer qualitativen Feldstudie werden ausgehend vom lokalen Kontext Prozesse und Kontexte der Wissensproduktion und -zirkulation und deren Wechselbeziehungen mit sozialen Prozessen der Raumproduktion skalenübergreifend analysiert. Konzeptionell bedient sich das Projekt Idee von socio-technical imaginaries (STI), um Verknüpfungen und Wechselwirkungen normativer, epistemischer und materieller Dimensionen des Risikomanagements zu untersuchen. Ausgehend von intensiven Auseinandersetzungen mit Alltagspraktiken und Deutungsmustern auf lokaler Ebene setzt der Beitrag historische und aktuelle raumbezogene Zukunftsvisionen in Bezug zu Aushandlungen des Umgangs mit Naturgefahren und damit einhergehenden Prozessen der Wissensproduktion und -zirkulation. Auf Grundlage von Interviews, informellen Gesprächen, Beobachtungen und Dokumentenanalysen auf lokaler, kantonaler und nationaler Ebene (z.B. mit Praktiker*innen, politischen Entscheidungsträger*innen, Wissenschaftler*innen, Anwohner*innen) wird der Frage nachgegangen, wie sich frühere und aktuelle Zukunftsvisionen (z.B. in Bezug auf die Entwicklung ländlicher Bergregionen oder die gesellschaftliche Bedeutung technischer Lösungen in Gesellschaft-Umwelt-Beziehungen) in Ausprägungen des Naturgefahrenrisikomanagements und damit zusammenhängenden Prozessen der Wissensproduktion und -zirkulation materialisieren. Dabei ist die Einordnung der jeweiligen Prozesse in skalenübergreifend wirksame sociotechnical imaginaries zentral.
    Ansprechpartner
    Rudloff A
    Email: anna.rudloff@geographie.uni-freiburg.de
  • Community forestry and climate resilience - A global systematic review
    Projektleitung
    Feurer M
    Laufzeit
    seit 01.01.2022 (unbegrenzt)
    Beschreibung
    -
  • Suspensionsfracht in Deutschen Wasserstraßen
    Projektleitung
    Hoffmann Th, Blöthe J
    Laufzeit
    seit 01.10.2017 (unbegrenzt)
    Beschreibung
    In Suspension transportierte Partikel dominieren den Sedimentfluss der größten Flusssysteme der Erde und stellen gleichzeitig ein wichtiges Transportmedium für Kontaminanten dar. Im Zuge der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die auf eine guten ökologischen und chemischen Zustand der Gewässer abzielt, kommt dem Verständnis der Dynamik von Suspensionsfracht somit eine entscheidende Bedeutung zu. Dabei sind die Quellen und Senken von Suspensionsfracht raum-zeitlich sehr variabel, was zu großen saisonalen und regionalen Unterschieden in der Schwebfracht führt. In diesem Projekt möchten wir das Zusammenspiel von Sedimentquellen, den Transportmechanismen und der Ablagerung von Schwebfracht in großen Flüssen der Deutschen Mittelgebirgs- und Tieflandsregionen genauer untersuchen. In einer ersten Studie untersuchen wir den Einfluss von organischen Schwebstoffen auf die Gesamtkonzentration und zeigen, wie sprunghafte Änderungen in der Skalierung von Suspensionsfracht und Abfluss mit dem organischen Schwebstoffanteil zusammenhängen.
    Ansprechpartner
    Hoffmann Th
    Publikationen
    Originalarbeiten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften
    • Hoffmann T O, Baulig Y, Fischer H, Blöthe J H: Scale-breaks of suspended sediment rating in large rivers in Germany induced by organic matter Earth Surface Dynamics, 2020; 8: 661-678: https://doi.org/10.5194/esurf-2020-3